Kompetenzorientierte Aufgabensets

Kompetenzorientierung

Wir orientieren uns bei den „aufgabensets.ch“ nach dem Kompetenzbegriff von Weinert, dem der Lehrplan 21 zugrunde liegt. Dabei stehen die Fähigkeiten, Fertigkeiten und das Wissen, aber auch die Bereitschaft und Haltung der Schüler im Vordergrund, Lösungsansätze auf verschiedene Problemsituationen anwenden und übertragen zu können. Es wird dabei zwischen fachlichen Kompetenzen (systematischer Aufbau von fachspezifischem Wissen und Können) und überfachlichen Kompetenzen (personale, soziale und methodische Kompetenzen) unterschieden. Um diese Kompetenzen zu erwerben, wurde ein Unterrichtsmodell entwickelt, das integrativ alle Bereiche des Unterrichts durchdringen soll. Schüler müssen dabei aktiv am Lernprozess teilnehmen und lernen, diesen eigenverantwortlich selbst zu steuern. Lerninhalte werden in aktiver Auseinandersetzung sinnvoll aneinander geknüpft, aufbauend erworben und vernetzt.

Um als Lehrperson kompetenzorientiert zu unterrichten, sind folgende Prinzipien zu beachten:

Backward Planning: Die Planung des Unterrichts geht von den zu erreichenden Kompetenzen aus, unter Berücksichtigung der Voraussetzungen der Lernenden.
Transparenz: Für die Lernenden ist Funktion und Nutzen kompetenzorientierten Unterrichtens dann sichtbar, wenn sie den Rahmen und das Ziel kennen.
Zielorientierung: Für die Lernenden muss das Ziel des zu Erlernenden, durch die von der Lehrperson gewählten Inhalte und Methoden, erkennbar sein.
Individuelle Lernwege zulassen: Das Ziel ist klar, aber der Weg dorthin kann auch unterschiedliche Weise erfolgen. Somit ist nicht nur der Inhalt wichtig, auch der Prozess gewinnt an Bedeutung.
Förderorientierung: Individuelle Unterstützung und informelles Feedback während des gesamten Lernprozesses sind wichtig.
Stärkemodell: Ein positives Selbstbild des bereits erworbenen Wissens und Könnens soll gefördert werden, was motivierend auf die zu erlernenden Kompetenzen wirkt.
Handlungsorientierung: Um Wissen in Können umzuwandeln, ist es wichtig, dass es bereits in der Erwerbsphase mit spezifischen Handlungen verknüpft wird.

Prozessmodell nach Luthiger, Wilhelm & Wespi

Diese Prinzipien unterstützt das Luthiger-Modell. Die Aufgabensets zu den diversen Phänomenen liegen diesem Modell zugrunde. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Lernprozesse in unterschiedliche Phasen gegliedert wird und die Lernaufgaben nach ihrer Funktion in der jeweiligen Unterrichtssituation differenziert werden.  Zur Klassifizierung der Aufgaben, hinsichtlich deren didaktischen Funktion orientieren wir uns am KAFKA-Modell:


(Interaktive Präsentation erstellt von aufgabensets.ch, CC BY SA 4.0)

Das KAFKA Modell fungiert als Basis für ein besseres Verständnis des Prozessmodells, mit dessen Hilfe die kompetenzorientierten Aufgabensets entwickelt wurden. Dabei steht die Lebenswelt der Lernenden oder ein Phänomen daraus, das hinterfragt werden soll, im Mittelpunkt. Bitte beachten Sie, dass der Kompetenzaufbau nie derart linear verläuft, wie es im Prozessmodell dargestellt wird, aber es dient als Hilfe für Lehrpersonen, die didaktische Funktion vorliegender Aufgaben einzuordnen bzw. Aufgaben entsprechend dem gewünschten Kompetenzerwerb zu erstellen oder auszuwählen. Die detaillierte Darstellung des Prozessmodells finden Sie hier.

 

Quellen:

Luthiger, H., Wilhelm, M., Wespi, C. (2014). Entwicklung von kompetenzorientierten Aufgabensets. Journal für Lehrerinnen- und Lehrerbildung, 14(3), Seiten 56-66.

Luthiger, H. (2015). Lehrplan 21. Schulblatt, Ausgabe 11. Abgerufen am 03.11.2017 von https://phtg_Lehrplan21